Monatsrückblick September 2022: Selbstermächtigung

Jeder Monat bring eine andere Facette meiner Person zum Leuchten. Dieser Monat war geplant als Auszeit und Urlaubsmonat. Und nun ist er voller Erkenntnisse. Meine Klarheit über mich als Trainerin ist unerwartet in mein Bewusstsein geplumpst. Anders ist es da mit dem Abstreifen der Mutterrolle. Das war ein geplantes Experiment.

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Business

Gut vorbereitet bin ich in den September gestartet. Es war wirklich Zeit für eine Veränderung der Taktung, zwischen angestellter Arbeit, Business und Familie. Den Kopf frei bekommen von der alltäglichen Routine und von den Zwängen, die ich mir selbst auferlegt hatte.

Trainerausbildungsassistenz im Altmühltal im Knaupenhof.

Mit der Abschlusswoche der Trainerausbildung, bei der ich als Assistentin dabei war, startete ich in den September. Der Versuch, solch eine Woche zusammenzufassen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Daher beschränke ich mich hier auf einen Rucker, den es bei mir selbst gegeben hat. Bisher war ich der festen Überzeugung, dass ich Trainerin für wertschätzende Kommunikation werde. In meiner Vorstellung war das Trainerinnendasein damit verbunden, dass ich selbstständig bin. In dieser Woche ist die Erkenntnis in mir gereift, dass ich bereits Trainerin für gewaltfreie Kommunikation bin. Die Trennung meiner selbstständigen Tätigkeit von meiner angestellten Tätigkeit ist eine Mindfuck von mir. Ich bin eine festangestellte Trainerin für gewaltfreie Kommunikation. Das ist sicherlich einmalig.

Viele Selbstständige haben einen Brotjob. Dieser hat in der Regel wenig oder überhaupt nichts mit dem zu tun, was sie als Coach oder Beraterin machen. Ich habe das Glück, dass beides übereinstimmt. Ich coache als Psychologin in der LebensWerkstatt Gruppenleiter und Bereichsleiter. Nächste Woche startet mein Einführungsseminar in Gewaltfreie Kommunikation für neue MitarbeiterInnen und eine Woche später schaue ich mir an, wie die Weiterentwicklung unserer GiraffenWerkstatt – unser Workshop für Menschen mit geistiger Behinderung – den Alltag der Arbeitsgruppen bereichert. Mein Goldnugget von dieser Woche.

Vorplanung und Eigenlob

Gleich nach der Ankunft in Singapur, so beim Warten auf den Koffer, dachte ich auszuprobieren, wie es nun so ist, das Online-Business. Daher habe ich mich in CleverReach eingeloggt. Das war ein ganz kurzer Spaß. Mein Konto wurde gesperrt. Fassungslos habe ich versucht, die Hotline zu erreichen. Einen Schweißausbruch später brachte mein Mailfach Klarheit. Sie fanden es verdächtig, dass sich da aus Asien jemand einloggt. Nachdem ich meinen Aufenthaltsort gemailt hatte, durfte ich meinen Newsletter weiter bearbeiten und verschicken. Geht doch, das Online-Business von ganz weit weg.

Posts und Co. hatte ich bereits zu Hause erstellt und vorgeplant. Im Vergleich zu mir, war das für die Tools easy mit der Zeitumstellung. Mir hat es den Kopf ein wenig verdreht. Offen war die Aufgabe Reel. Das ist für mich die leichteste Aufgabe. Es ist einfach Spaß. Das hat mich dann zu der Frage gebracht, weshalb ich mir mit der Sichtbarkeit im Offline-Leben so schwer tue. Dazu habe ich noch am letzten Septembertag einen großen Schritt gemacht. Thomas hat ein Schild an unser Haus geschraubt. Die Freude darüber hat meine Community mit mir gefeiert: 2498 mal wurde das Reel geschaut. 16 ❤ habe ich eingesammelt.

Persönliche Entwicklung

„Die voraussichtliche Weiterfahrt nach Frankfurt verzögert sich. Aufgrund des Ausfalls der Signale des Bahnübergangs werden alle Züge nach Frankfurt über Worms umgeleitet.“ Vertrauen wir auf die Bahn (und unseren Puffer von immerhin 2 Stunden) oder nehmen wir ein Taxi von Mannheim nach Frankfurt Flughafen? Der Start in unser Abenteuer Singapur startete mit einer Challenge. Wir gehen voll ins Vertrauen. Alles, was danach kam, war Easy-peasy.

Auf der Brücke dürfen Besucher spazieren und die Aussicht genießen. Davon haben mich meine Bedenken wegen der Höhe nicht abgehalten. Easy-peasy halt.

Back again: Jutta, die Frau

Loslassen ist eine Kunst. Diesen Monat habe ich diese Kunst auf mein Muttertierdasein angewendet. 20 Jahre bin ich Mutter und verantwortlich für meine Kinder. Jede Auszeit war gut geplant und fürsorglich eine Ersatzbetreuung organisiert. Oder ich habe eben einfach keine Auszeit genommen. Jetzt ist das jüngste Kind ein Teenager und flügge. Ohne Netz und doppelten Boden bin ich gemeinsam mit meinem Partner auf und davon. Und zwar ganz weit weg: Nach Singapur. Ich war der festen Überzeugung, sollte sich etwas Unerwartetes ergeben, wobei sie die Unterstützung eines Erwachsenen braucht, wird sie diese selbstständig finden. Und was soll ich schreiben: Es hat einfach alles gut geklappt. Ich war entspannt. Die Anzahl der ausgetauschten Nachrichten lässt sich an einer Hand abzählen.

Instagramables Foto vor unfassbarer Kulisse. Es sieht so unwirklich aus.

Losgelassen habe ich auch meine Pflicht, das Haus zu reinigen. Anders ausgedrückt, eine Reinigungskraft unterstützt uns seit September bei der lästigen Aufgabe, Küche und Bad sauber zu halten. Ich kann hier gar nicht beschreiben, wie mich diese Lösung begeistert. Eine Perle hat Einzug in mein Leben gehalten. Dazu spricht sie herrlichen Dialekt und ist in ihrer Begeisterung für Putzmittel, Sauger und Feudel überhaupt nicht zu stoppen.

Paarzeit

Die Idee nach Singapur zu fliegen und dort den Kopf mit neuen Ideen zu füllen, war eher eine zufällige. Mir ist Nachhaltigkeit wichtig und eigentlich hatte ich mir vorgenommen, in Europa Urlaub zu machen. Die Betonung liegt auf „eigentlich“. Denn ich hatte bei der Idee nur meine Bedürfnisse und Werte berücksichtigt. Und so kam es, dass Thomas, der unser Reiseplaner ist, immer wieder strauchelte. Hier war keine Fähre zu bekommen, da war der Nachtzug ausgebucht. Überhaupt ging es nicht so richtig voran mit dem Umsetzen. In der letzten Diskussion über den Urlaub meinte ich dann, dann sollten wir halt nach Singapur fliegen. Einfach, um einen Sehnsuchtsort zu nennen. Zwei Tage später waren die Tickets gebucht. Und noch zwei Tage später das erste Hotel. Alle anderen Hotels wollten wir vor Ort buchen. Einfach um uns die Freiheit zu geben, dort zu entscheiden, wohin es uns zieht.

Und es zog uns dann von Singapur nach Malaysia, von der Großstadt in die Natur. Es war ein abwechslungsreicher Ausflug mit so vielen Denkanstößen. Und mit der Möglichkeit, uns als Paar (wieder) zu entdecken. Im Alltag überlagern so viele Kompromisse der anderen Mitbewohner wegen die gemeinsamen Entscheidungen. Manchmal ist überhaupt nicht mehr klar, wer welche Entscheidung getroffen hat, um auf welche andere Person Rücksicht zu nehmen. Das ist einfach alles weggefallen. Geblieben sind wir zwei und es war genau richtig.

Mein Fazit

Nach der grandiosen Auszeit in Singapur hatte ich einen Durchhänger. Viele Aufgaben, die ich mir selbst gestellt habe, sind liegen geblieben. Nachdem ich heute den Rückblick geschrieben habe, stelle ich fest: Ich bin ganz große kleine Schritte gegangen. Es hat etwas unfassbar unaufhaltsames, wie alle Puzzelstücke immer weiter zusammen passen und ein Bild ergeben, dass ich nicht erwartet hätte. Ich habe mich selbst ermächtigt Frau, Partnerin und Trainerin für gewaltfreie Kommunikation zu sein.

Und was sonst noch los war im September

Screenshot
Interview mit Judith Peters in TheRapidBlogFlow. Wir wollten so eine viertel Stunde reden und haben uns total verplaudert.

Diesen Monat verbloggt

Monatsrückblick August: sehensWERT

Kompetenzgruppe – gute Idee oder alter Hut

12 von 12 im September: sehensWERT-Challenge

Ausblick auf den Oktober

Ich starte in den Oktober mit meinem ersten Workshop an der Leintal-Schule in Schwaigern.

Ein Tag später Einführungsseminar in Gewaltfreier Kommunikation für die LebensWerkstatt.

Am 22. Oktober erkläre ich, wie Inklusion den Sport bereichert. Heilbronn wird 2023 Host-Town für die Chilenische Mannschaft, die dann weiter zu den Special Olympics nach Berlin fährt.

Am 28. Oktober ist die Auftaktveranstaltung meiner Projektgruppe zum Thema Selbstverpflichtungserklärung Diakonie in Einrichtungen für Menschen mit geistiger Behinderung. Ich darf moderieren und freue mich so.

Und direkt danach geht es nach Hamburg. Einer liebgewordenen Tradition folgend, treffe ich mich mit meinen Cousinen und meiner Schwester für ein Wochenende.

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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Shivani

    Was für ein nahbarer und schön geschriebener Rückblick deines September, liebe Jutta. Ich lese so gerne bei dir vorbei und schicke dir viele Grüße aus Südspanien

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